Berichte aus dem Schulleben

Hier finden Sie Berichte aus allen Kategorien rund um das Nelly.

Die Stunde der Glabiatoren - Der Abigag 2015 am NELLY

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
 

,,Abi-Abi-Abitur! Abitu-u-ur!", dröhnt es herausfordernd hinter der Barrikade vor dem NELLY-Schulgebäude hervor. Man muss auf der Hut sein, gute Reflexe haben, wenn einen keine Wasserbombe erwischen soll. ,,Ich bin extra früher aufgestanden, damit ich als Erster die Mauer aus Müllcontainern, Stühlen und Abiturienten durchbrechen kann", strahlt der 12-Jährige David.

Das Ganze ähnelt einem leidenschaftlich geführten Wasserkrieg. Zwischen den Tulpenbeeten flattern aufgeregte Absperrbänder, überall liegen zerplatzte Wassergeschosse während die Lehrer mit entspanntem Grinsen am Fenster des Lehrerzimmers stehen und sich das Spektakel auf dem Schlachtfeld im Trockenen anschauen. Man wird sehen, wie lange noch.

Dann geben die "Glabiatoren" die Schule frei und alle stürmen wie von der Tarantel gestochen in die Aula. Diese ähnelt heute einer Kreuzung aus Kneipe im alten Rom und grölender Großstadt-Disco. In der Mitte ist eine Hüpfburg-Arena von beeindruckender Größe aufgebaut. ,,In der roten Ecke begrüßen wir OLIVERRRR FLOOOCK!! Zu meiner Rechten seht ihr den lieben HARRRDYYY PFEIFFEEERR! Lasst die Spiele beginnen!“ Zwei offenbar besonders beliebte Lehrer müssen sich in einem Zweikampf beweisen. Mal trifft ein Hieb mit dem Schläger - ähnlich einem riesigen Ohrenwattestäbchen -  mitten ins Gesicht, mal landet ein Tiefschlag. Aber keine Angst, hier geht niemand k.o. - die Pädagogen werden schließlich noch gebraucht. ,,Los, Herr Pfeiffer! Sie machen den platt!", heizt eine Schülerhorde in der vordersten Reihen die Kampflaune an. Bio gegen Chemie, wer macht das Rennen? Biologie-Lehrer Pfeiffer muss schließlich die Niederlage in drei Runden wohl oder übel hinnehmen.

Während vereinzelt kleine Nachhutgefechte stattfinden, werden Lehrer und Schüler aufgefordert, den Schulhof zu fluten. ,,Los, Neumann und Hölscher haben ihren Auftritt!" Wer will schon verpassen, wie die Schulleitung mit einer "aufgepimpten" Rikscha über den Schulhof "kutschiert" wird?! Die Herren werden unter tosendem Applaus verabschiedet, sie fahren durch das Schultor. Beglückte Gesichter ringsum: das Nelly ist führungslos! ,,HINSETZEN! Hinsetzen! Hiiinsetzen!" Überall und immer wieder wird man aufgefordert mitzumachen. ,,Gebt mir ein A-B-I-T-U-R!! GEBT MIR EIN AUSRUFEZEICHEN!! Uuuund wir singeeen ABI-ABI-ABI-ABITUR!!" Die Abiturienten kreischen und feiern sich, als hätten sie ihre Prüfungen bereits mit 1,0 bestanden.

Dann hetzen sie zurück in ihre Glabiatoren-Disco, stolz wie Bolle und mit erhobener Brust, damit bloß jeder ihre bordeaux-roten exklusiven Abiturpullover mit dem Motto würdigt: "Die Glabiatoren - wir kamen, sahen und siegten!" Jetzt findet die alljährliche "Flaschenübergabe" statt. Traditionell wird den Stufensprechern der Q1, die im nächsten Jahr an der Reihe ist, eine Magnumflasche übergeben. Einige haben derweil ihre Privatflaschen heimlich für sich behalten: Man kommt an gewissen Duftwolken nicht immer vorbei.

Nach Ende der zweiten Stunde ist die Party dann für alle vorbei; das schulische Reglement ist da unerbittlich. Eine Ausnahme bilden einige beschwingte Abiturienten, die noch den einen oder anderen Gang entlang traben. Wenn alles gutgeht, nimmt man gleich die Zulassung fürs Abitur entgegen und tritt nach Ostern mutig zum Finalkampf an. Echte "Glabiatoren" fürchten nach dem heutigen letzten Schultag weder Mathe noch Englisch, weder Geschichte noch Physik ...

Verfasser:Tim Böge, Annika Herlitz und Lilly Übrick (8e)

Search