Short Stories

Ehemalige stehen im Leben und berichten von ihrer Zeit nach dem Nelly.

Lennart, Anna, Philine & Tim - Abitur 2018

Alles begann im Jahre 2015 – eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern der damaligen 9. und 10. Klasse machten sich gemeinsam mit Herrn Kirfel und Frau Lütke Bochtrup auf den Weg nach Pskov um den traditionellen Russlandaustausch fortzuführen.

Austauschpartnerinnen und Partner trafen also an diesem Tag, dem 22.September 2015, das erste Mal aufeinander und eine unvergessliche Zeit begann, die uns bis heute noch in guter Erinnerung geblieben ist. Damals konnte jedoch keiner ahnen, was für eine langjährige Freundschaft daraus entstehen würde. Nach einem sehr schweren Abschied verging die Zeit zum Glück schneller als gedacht und ein gutes Jahr später, im Oktober 2016, kamen unsere russischen Freunde mit deren Lehrern zu uns nach Neuss.

Tatsächlich kam es uns allen so vor, als sei kein einziger Tag seit unserer letzten Begegnung vergangen. Seit diesem Zeitpunkt stand für 4 Freunde des diesjährigen Abiturjahrgangs fest; das wird nicht das letzte Treffen gewesen sein! Die Freundschaft wird über den Austausch hinaus weiter bestehen bleiben. Wir: Lennart Jansen, Anna Iwanow, Philine Elster und Tim Mackauer beschlossen also unser Vorhaben in die Tat umzusetzen und buchten bereits ein Jahr später (Ende 2017) eine 10 tägige Reise nach Sankt Petersburg für Anfang August 2018, also für nach unserem Abitur. Durch den immer aufrecht erhaltenen Kontakt zu unseren Austauschpartnern planten so alle gemeinsam das Treffen in der ehemaligen russischen Hauptstadt. Durch Abistress und Studiums Planung vergingen die letzten Monate bis zum Beginn der Reise wie im Fluge und am 03.August 2018 war es dann endlich soweit! Lennart, Anna, Tim und Philine betraten das Flugzeug in Düsseldorf und kamen gute zwei Stunden später am anderen Ende Europas an: Xenia und Kristina, die Austauschpartnerinnen von Philine und Anna erwarteten ihre vier deutschen Freunde schon sehnsüchtig und als wir uns endlich alle am Flughafen in den Armen lagen war das ein unvergessliches Wiedersehen.

Schon begannen die wohl 10 aufregendsten Tage des Sommers: denn wenn man plötzlich ganz ohne Lehrer und Reiseführung in einem fremden Land unterwegs ist, lernt man alles noch einmal von einer ganz anderen Seite kennen. Den ersten Abend verbrachten wir alle gemeinsam in einem Restaurant um die Ecke und wir alle sprachen über die vergangenen Monate, da immerhin auch unsere russischen Freunde das Abitur nun hinter sich und einiges zu berichten hatten. Mal wieder erschien es uns allen so, als wäre keine Zeit vergangen, seit wir uns das letzte Mal vor knapp zwei Jahren gesehen hatten! Wenn man außerdem eines behaupten kann, dann die Tatsache, dass wir unsere Zeit voll ausgenutzt haben. Gemeinsames Frühstücken gefolgt von Shoppingtouren oder einzelnen Ausflügen bis hin zu ausgelassenen Abenden im Nachtleben von Sankt Petersburg standen auf dem Plan. Xenia und Kristina waren die ganzen 10 Tage mit uns gemeinsam in Sankt Petersburg, da sie dort bald ihr Studium beginnen werden.

Jedoch trafen wir auch andere Mitglieder des Austauschprogramms für einzelne Tage, die extra aus Pskov kamen! Was uns vermutlich besonders in Erinnerung geblieben ist war eine Bootsfahrt bei Nacht, welche um 24 Uhr startete und mit Musik unter den beleuchteten Ziehbrücken der Stadt hindurchfuhr. Außerdem zeigten uns unsere russischen Freunde verschiedene traditionelle Kirchen, die wir damals mit der Schule nicht besuchen konnten. Eine von diesen Kirchen war eine ehemalige Kirche und dient heute als Nightclub und Bar für Studenten – auch ein Ort, den wir uns nicht entgehen lassen konnten! Alles in allem sind wir vier mehr als froh, diese Reise nach dem Abitur unternommen und den Kontakt somit aufrechterhalten zu haben. Wir alle sind froh, dass wir Freunde aus einem so weit entfernten Land durch den Nelly Austausch überhaupt kennen lernen konnten, denn ohne diesen hätten wir uns alle wohlmöglich nie kennengelernt. Die 10 Tage waren eine unglaublich schöne Erfahrung und haben uns sehr bereichert.

Außerdem ist uns somit nochmal viel mehr als zuvor klar geworden, dass man Freundschaften auch über Tausende von Kilometern schließen kann und Distanz dabei in der heutigen Welt keine Rolle spielt. Und wer weiß? Vielleicht bekommen Lennart, Tim, Anna und ich ja auch bald Besuch aus Russland! Denn unser letztes Treffen war dies sicherlich nicht!

Eure Philine

Search