Ben Roesberger im Schüleraustausch – 6 Wochen Abenteuer in Afrika

Die Eindrücke, die Ben Roesberger in den vergangenen Wochen sammeln konnte, werden ihm wohl lange Zeit, vielleicht auch für immer im Gedächtnis bleiben. Die sechs Wochen der Sommerferien verbrachte der 15 Jahre alte Schüler des Nelly-Sachs-Gymnasiums in Neuss im Rahmen eines Schüleraustauschs in Südafrika. „Es hat sehr viel Spaß gemacht“, sagt er. „Südafrika ist ein sehr interessantes Land. Es war auch toll, die Natur und die Tiere dort zu sehen.“

Ben war zu Gast bei seinem Austauschschüler Ethan, dessen Bruder und den Eltern in der Nähe von Johannesburg. Im Dezember und Januar war Ethan für sechs Wochen bei den Roesbergers gewesen. Bens älterer Bruder hatte vor einigen Jahren schon einen Austausch mit Ethans Bruder gemacht, deshalb kannte Ben ihn bereits und auch die Familien standen untereinander schon in Kontakt. Zum Teil wusste Ben also schon, worauf er sich einlässt. „Genaue Vorstellungen hatte ich vorher nicht, ich wusste aber, dass ich die Zeit genießen werde“, erzählt er.

„Die politische Situation ist interessant, es ist ganz anders als in Deutschland“, berichtet Ben. Es gebe viel Armut, viele Straßen seien kaputt, es gebe viel Korruption. Seine Gastfamilie lebe in einem guten Viertel, in dem wohlhabendere Familien leben – sowohl Schwarze als auch Weiße, in einem großen Haus. „Der ganze Bereich des Viertels ist eingezäunt und abgesperrt“, schildert Ben. „Es gibt Elektrozäune und Wachen. Alleine durften wir den Bereich nicht verlassen, das wäre zu gefährlich. Nur mit den Eltern oder dem Bruder haben wir uns außerhalb des Viertels aufgehalten.“ In den schlechteren Viertel Johannesburgs sei es sehr dreckig, viele Straßen kaputt, riesige Müllhaufen lägen herum. „Ich weiß jetzt ganz anders wertzuschätzen, wie gut wir hier alle in Deutschland leben.“

In der ersten Woche hat Ben mit Ethan zusammen die Schule besucht. Der Gastbruder geht auf eine private Schule innerhalb des Viertels, in dem die Familie wohnt. „Auch das Schulsystem ist anders als in Deutschland“, berichtet er. In jedem Fach werden am Ende des Schuljahres zwei Prüfungen geschrieben, die musste auch Ethan machen. Verständigen konnte er sich sehr gut. „In der Familie sprechen sie Afrikaans und Englisch. Mit Englisch kam ich super zurecht und es hat sich in den sechs Wochen auch nochmal sehr verbessert.“

Zu Beginn seines Aufenthalts in Südafrika war Ben mit der Organisation des Austauschs auf einer Safari. Zusammen mit seiner Gastfamilie hat Ben viele Ausflüge unternommen. Highlights waren ein Camping-Trip, bei dem er mit einem E-Roller durch die Wildnis fahren durfte. Mit einem Guide waren sie dort unterwegs und konnten die Tiere hautnah erleben. Nashörner, Giraffen, Geparden, Löwen, Springböcke, Zebras, Gnus, Wasserbüffel, Straußen, Geier, Flusspferde und Hyänen kennt Ben nun nicht mehr nur aus dem Zoo. Eindrucksvoll war auch ein Jagd-Ausflug mit den beiden Gastbrüdern und ihrem Vater in ein Reservat. „Es ist dort ganz normal, jagen zu gehen“, erzählt Ben. Es werde viel Fleisch gegessen, dass die Männer in der Familie selbst schießen. Nach einem Schießtraining ging es los auf die Jagd und auch Ben war erfolgreich: Er hat ein Gnu geschossen, auch die anderen haben getroffen. Gemeinsam mit der Familie hat er viel probiert, was er vorher nicht kannte: Zebra, Gnu, Strauß oder Schafskopf.

Interessant sei auch ein Rugby-Spiel gewesen, das er zusammen mit der Familie angeschaut haben. „In Südafrika ist Fußball nicht so populär“, erzählt Ben, der selbst aktiv Fußball spielt, „In der Familie sind alle sehr große Rugby-Fans.“ Als Geschenke für die Familie zu Hause gab es deshalb auch zwei Rugby-Trikots. Außerdem ein traditionelles afrikanisches Kleid, eine Flasche südafrikanischen Whiskey und getrockneter Elefantenkot – „Den benutzt man dort als Grill-Anzünder“, erzählt Ben. Bei den Roesbergers soll er aber allenfalls im Kamin landen, fügt er schmunzelnd hinzu.

Mit freundlicher Genehmigung der Autorin: Melanie van Schyndel (Rheinische Post)

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