Nach langem Warten ging es am 28. September endlich los! Am frühen Sonntagmorgen verabschiedeten wir uns alle von unseren Eltern und machten es uns auf den Sitzen des Busses, mit dem wir die nächsten Tage reisen würden, gemütlich, und da fing eine Reise an, die so schnell niemand vergessen würde.
Die ersten Stunden der Fahrt verliefen ruhig. Viele holten ihren Schlaf nach und die anderen unterhielten sich so gut es ging. Wir durchquerten Länder wie die Niederlande und Belgien und kamen zuletzt bei unserem ersten Ziel an: Frankreich. Die Fähre, mit der wir eigentlich fahren sollten, fiel aus und somit mussten wir einen Weg finden, uns zu bespaßen. In dieser Zeit durchstöberten wir den kleinen Duty-free-Store, spielten Imposter und bedienten uns an den Vorräten an Getränken, die unsere Mitschüler zuvor erworben hatten.
Auf der Fähre genossen wir unser gratis Essen und die schöne Aussicht, die einem auf der Aussichtsplattform geboten wurde. Nach 2 Stunden Fahrt sahen wir etwas – Land.
Für viele, eingeschlossen mich, war es das erste Mal in England. Dank unseres Busfahrers bekamen wir ein paar Einblicke über das Land, in dem wir uns fortbewegten. Selbst über schlichte Felder erzählte er uns Geschichten, die einen erstaunen ließen. Nach einer weiteren Stunde im Bus kamen wir endlich in der Stadt an, die wir für die nächsten 5 Tage unser Zuhause nennen würden – Hastings. Und wir machten direkt eine neue Bekanntschaft! James und sein Freund unterhielten uns mit ihren internationalen Witzen und versüßten uns diese lange Reise. Nun blieb uns nichts anderes übrig, als auf unsere Gastfamilien zu warten, und diese restliche Zeit verbrachten wir am Strand der kleinen Stadt.
Am nächsten Morgen ging es in die historische Stadt Brighton. Kleiner Fun Fact: Brighton besitzt den weltweit ersten komplett elektrisch betriebenen öffentlichen Strandaufzug! Ja, richtig gehört. Diese unbeschreiblich schöne Stadt an der Küste Englands hat sehr viel an Geschichte zu bieten und das bekamen wir schon im Bus zu sehen. Unser Busfahrer zeigte uns den atemberaubenden Royal Pavilion, der als exotischer Strandpalast für König George IV. gebaut wurde. Nachdem wir aus dem Bus gelassen wurden, hatten wir die nächsten Stunden über Zeit, die Stadt auf eigene Faust zu entdecken.
Meine Freunde und ich machten uns auf den Weg in die Stadt auf einen… drumroll please… einen Shopping-Trip! Wir bummelten durch die Stadt und fotografierten die bunten Geschäfte. Egal wo ich hinsah, überall fand man elegant aussehende Häuser, entzückende Boutiquen und natürlich das Wichtigste – Essen. Zur frühen Mittagsstunde saßen wir bei Slim Chicken, einem Laden, der der amerikanischen Fast-Food-Kette Raising Cane’s ähnlich ist. Nach unserem erfolgreichen Lunch und einem leereren Geldbeutel ging es wieder zum Bus, doch dieser Tag war noch lange nicht vorbei. Unser nächster Stopp waren die Kreidefelsen in Eastbourne.

Die Kreidefelsen und ihr höchster Gipfel, genannt Beachy Head, sind berühmt für ihren spektakulären Ausblick und ihre beeindruckende Höhe. Als wir die hohe Landschaft sahen, war uns klar: Jacke im Bus lassen? Das wird nämlich kein Zuckerschlecken, denn uns stand eine Klippenwanderung bevor! Der Spaziergang begann und schon staunte ich: Während wir auf einer saftig grünen Wiese liefen, erstreckte sich vor uns das hellblaue Meer. Von oben hatte man einen grandiosen Blick auf die zurückliegende Küstenlandschaft. Doch auch das strahlende Weiß der Kreidefelsen macht diesen Ort so besonders! Der Fels besteht aus weißer Kreide – ähnlich wie die berühmten „White Cliffs of Dover“. Nach wenigen Minuten erreichten wir den ikonischen Leuchtturm. Dieser wird heutzutage tatsächlich als Airbnb benutzt.
Wir hatten an dem Tag ziemlich großes Glück mit dem Wetter und somit wurde auch diese etwas anstrengende Wanderung eine geniale Erinnerung. Während des Gehwegs hatte ich trotz der Steigung ziemlich viel Spaß durch ein anregendes Gespräch, und so verflog auch die Zeit. Nach einer Weile erreichten wir eine abgesteckte Wiese mit Pferden, aber die hatten eher wenig Interesse an uns. Und dann, nach 1 ½ Stunden, waren wir an unserem Ziel angekommen. Der Parkplatz war voll von anderen Bussen und wir trafen sogar noch auf andere Kinder aus Deutschland. Nach einem anstrengenden und doch großartigen Tag wurden wir wieder nach Hastings gebracht, wo die meisten Gastfamilien schon warteten.
Der nächste Tag begann für uns mit einer etwas längeren Busfahrt, denn für uns ging es nach Greenwich. Klingelt es? Genau, wir waren auf einmal in der Stadt, von der wir Jahre zuvor in unserem Englischbuch erfahren haben. Wir waren auf den Spuren von Luke, Holly, Olivia und Dave. Nach der alltäglichen Klopause ging es durch den unglaublich schönen Park. Die Skyline Londons ist eines der einzigartigsten Dinge, die ich auf dieser Reise sehen durfte. Unser Weg ging weiter vorbei am Royal Observatory direkt durch zum Greenwich Market. Für die nächste Stunde war für mich und meine Freundin nur eines angesagt: alles essen, was auch nur ansatzweise gut aussieht – und diesem Plan sind wir gefolgt. Wir durften viel probieren und testeten verschiedenste Ess-Kulturen durch. Meine Hose wurde Opfer eines Corndogs, der seinen Platz auf dieser fand. Mit vollen Bäuchen und einem brennenden Mund (ich hab die Chilisauce etwas unterschätzt), fanden wir unseren Platz an der berühmten Cutty Sark. Falls ihr es vergessen habt, ein kleiner Reminder, was das ist: Die Cutty Sark ist ein berühmtes Segelschiff aus dem 19. Jahrhundert, das heute als Museumsschiff zu besichtigen ist.
Unser Trip ging durch den Foottunnel hindurch auf die andere Seite. Der Spaziergang dieses Mal war um einiges leichter als am Tag zuvor und nach 20 Minuten waren wir am Ziel. Die Mudchute Farm ist ein Bauernhof etwas abseits von der Metropole Englands. Der Hof beherbergt viele Tiere, aber um ehrlich zu sein erinnert er auch an unseren Bauernhof in Selikum. Nachdem wir Herrn Ristow fast an die Schafe verloren hatten – was ziemlich verständlich ist, weil die kleine Wollherde ziemlich adorable war – ging es wieder zurück zur Cutty Sark. Uns blieb noch etwas Zeit, bis wir zurück zum Bus mussten, also ging es für alle noch mal zum Essen holen. Meine Freundin und ich fanden den Weg zu Joe & The Juice, wo wir unser letztes Mahl des Tages holten. Doch dieser Tag hatte noch mehr Überraschungen für uns. Auf dem Weg zum Bus konnten einige von uns einen echten Celebrity kennenlernen. Die reizende Influencerin Madeleine (@zzmadeleine) schnitt uns sogar in ihren A Day in my Life-Blog. Der Tag neigte sich wieder dem Ende zu, als wir auf unseren Busfahrer R. warteten, und uns war klar: Morgen wird der wahrscheinlich aufregendste Tag, denn es geht in eine Millionenstadt.
An diesem Tag ging ein großer Traum meinerseits und vieler anderer in Erfüllung. Wir hatten die Möglichkeit, einen Tag in einer der lebendigsten, vielseitigsten, historischsten und modernsten Städte der Welt zu verbringen: London. Ich kannte sie bis vor kurzem nur aus Büchern oder sozialen Medien und auf einmal waren wir da. Bei dem O2-Stadion liefen wahrscheinlich schon die ersten Proben für das Lady-Gaga-Konzert, während unser Weg uns weiter nach unten führte. Nach einigen Stationen mit der Tube (in der es komplett überfüllt war), stiegen wir aus und ab da war ich endlos glücklich. Mit dem Big Ben direkt hinter uns schossen wir die ersten ikonischen Fotos und machten dann einen kurzen Stopp auf der Brücke. Von hier aus sahen wir die Themse, die unter uns weiterfloss, das London Eye und viele weitere Brücken. Mehrere Doppeldeckerbusse fuhren an uns vorbei und auch wenn es in Düsseldorf ähnlich aussehende Touristen-Busse gibt, war das für mich ein Anblick, der für immer in meiner Erinnerung bleiben wird. Auch wenn es etwas anfing zu nieseln, konnte meine Laune nicht mehr schlechter werden.
Zurück in der Tube gab es aber mehrere Sitze, auf denen wir es uns für eine kurze Zeit bequem machen konnten. Unser nächster Stopp war die Tower Bridge. Die Tower Bridge ist eine berühmte Klappbrücke, die 1894 eröffnet wurde und die Stadtteile Tower Hamlets und Southwark verbindet. Die Brücke hat zwei markante, gothisch anmutende Türme, die ihr ihr ikonisches Aussehen verleihen. Wir durften in den 60 Meter hohen Turm gehen und uns die Geschichte der Brücke ansehen. Der Boden der Brücke ist teilweise aus Panzerglas, sodass wir unter unseren Füßen den Londoner Verkehr hindurchfahren sahen.

Weiter ging es zu einem berühmten Food Place, der überall auf der Welt bekannt ist: der Borough Market. Meine Freundin und ich hatten die Zeit unseres Lebens, denn dort konnten wir unsere liebste Aktivität ausführen – und ihr könnt mal raten, was es ist. Ja, richtig geraten! Wir hatten 1 Stunde Zeit, uns Essen auszusuchen, von rund 120 Ständen. Der Markt erstreckt sich über etwa 4,5 Hektar und täglich kommen Tausende an Besuchern. Wenn ihr die nächste Zeit da sein solltet, müsst ihr aber an euer Geld denken, denn die Preise dort sind nicht ohne. Für eine Portion Paella, ein Gericht aus der spanischen Küche, zahlten wir umgerechnet ungefähr 30 Euro. Auf diesem Markt findet jeder etwas, das garantiere ich euch!
Nach einem kurzen Abstecher in mehrere Souvenirshops oder McDonald’s warteten wir auf unseren Guide an der St. Paul’s Kathedrale. Unsere Lehrer hatten nämlich eine Sighttour gebucht, und zwar nicht für einfache Monumente, sondern für Orte, an denen Harry Potter gedreht wurde! Gleich an der Kirche zeigte er uns schon ein paar Sachen und für mich als Slytherine-Fan wurde es an der Millennium Bridge richtig spannend. Die Brücke wurde im Film von den Todessern angegriffen und London und dessen Bewohner an diesem dunklen Tag in Schrecken gesetzt. Er führte uns durch Gassen und zeigte uns noch ein bisschen von London, bis es dann wieder auf den Borough Market ging. Wir fanden schnell den Weg zu einem der berühmtesten Stände dieses Ortes: dem Schokoladen-Erdbeer-Stand. Auch wenn es etwas teuer war, würde ich es mir immer wieder holen. Nach diesem außerordentlich guten Snack ging es dann zurück zum O2-Gelände. Die Fahrt zurück war nicht so lang wie die Fahrt dahin und wir hatten trotz der unbequemen Sitze einen großen Spaß. Und dann waren wir wieder in Hastings. Der letzte Abend mit der Gastfamilie begann. Alle packten ihre Koffer und wünschten ihren Eltern noch einen schönen letzten Tag ohne sie, denn der nächste Tag würde mit einer langen Reise im Bus enden.
Der letzte Tag brach an, aber dieses Mal ging es nicht in eine andere Stadt. Heute würden wir in Hastings bleiben und uns die Stadt ansehen, in der wir die letzten Tage ein Zuhause gefunden hatten. Die Sightseeing-Tour durch Hastings war etwas anstrengend durch die vielen Höhenmeter, die gelaufen werden mussten, aber am Ende hatten wir einen schönen Ausblick auf die Küste und die Stadt. Die Stadt hat aber auch einen historischen Hintergrund. Hastings ist berühmt für die Schlacht von 1066, die als Schlacht bei Hastings in die Geschichte einging. Wilhelm der Eroberer besiegte dort König Harold II. und begann die normannische Herrschaft über England.

Nach einer kurzen Pause ging es dann weiter – der Höhepunkt dieses Tages. Wir hatten die Ehre, in einem Teemuseum Platz zu nehmen und uns die Geschichte von Tee anzuhören. Nach mehreren Vorstellungen von Mitgliedern unserer Truppe ging es los. Es gab reichliche Teesorten und wir konnten uns etwas aussuchen, was uns ansprach. Mit Scones, einem fluffig-süßen Teigstück, tranken wir unseren Tee und ich hörte den angeheizten Gesprächen unseres Tisches zu. Am Ende konnten wir uns noch mehrere Tee- Sorten kaufen und diese unseren Liebsten mitbringen. Meine Wahl fiel auf Smokey Russian Caravan und Buckingham Palace Tea.
Für die nächsten Stunden sollten wir uns selbst bespaßen und da ging es natürlich in die nächste Mall. Nach einem erfolgreichen Rundgang und dem besten Pad Thai meines Lebens kehrten wir zurück zum Strand und warteten dann auf den Bus, es ging nämlich wieder zurück auf die Fähre. Die Abendluft hielt uns lebendig. Bevor es nach Frankreich ging, machten einige noch Rennen auf dem Parkplatz und wir schauten uns mit anderen Kindern aus Deutschland einen Film an, der einen nach dem anderen zusammenzucken ließ. Auf der Fähre war die Stimmung noch voll im Gange. Wir trafen auf andere Klassen und viele freundeten sich schnell an, aber so schnell wir auf die Fähre kamen, so schnell mussten wir auch wieder von ihr runter. Die 2 Stunden gingen unglaublich schnell rum, während wir diverse Spiele spielten und uns noch ein letztes Mal richtig bewegten, bevor es wieder zum Bus ging.
Im Bus war jeder hundemüde. Die letzte Reihe funktionierten meine Freundin und ich zu unserem Bett um für die nächsten 6 Stunden und im Null Komma Nichts war ich auch schon im Land der Träume. Wenige Stunden später war es soweit. Die Schilder um uns herum kamen uns immer bekannter vor und dann bogen wir auch schon bei unserem Start- und Zielort an. Viele Eltern warteten schon sehnsüchtig auf ihre Kinder und bei ihrem Anblick war uns klar: Die Reise hat ein endgültiges Ende gefunden. Nach Monaten voller Vorfreude war es einfach vorbei. Nun hatten wir nur noch die Erinnerungen, die aber für immer bleiben würden. Mit einem halb weinenden Auge und Portemonnaie stiegen wir aus dem Bus und doch waren alle zufrieden. Dieser Trip war mehr als nur ein Schultrip. Es war eine Reise, die uns für immer in den Kopf kommen würde. Ich bin unglaublich dankbar für diese Experience und würde es jedem weiterempfehlen!!!
Verfasserin: Alina Rodionova (Klasse 9b)





