Am 12. Dezember unternahm unser Erdkunde-Grundkurs der Q1 eine Exkursion zur Gemüsegärtnerei Vitarom GmbH in Neurath. Ziel des Ausflugs war es, im Rahmen unseres aktuellen Unterrichtsthemas „Markt- und exportorientiertes Agrobusiness als zukunftsfähiger Lösungsansatz“ einen Einblick in neue, moderne Produktionsweisen zu gewinnen.
Nachdem wir mit spezieller Schutzkleidung ausgestattet wurden und uns einen Vortrag über das Unternehmen angehört hatten, erhielten wir eine Führung durch einen Teil der riesigen Anbauflächen. Dabei schauten wir uns den Anbau von Gurken und Tomaten an, die selbst bei kalten Außentemperaturen in den Gewächshäusern wuchsen.
Dies wird durch die gezielte Steuerung wichtiger Wachstumsfaktoren ermöglicht. Hierzu einige Beispiele: An bestimmten Plätzen wurden Hummeln ausgesetzt, um die Pflanzen natürlich zu bestäuben. Zudem konnten die unterschiedlichen Bereiche der Anbaufläche individuell bewässert werden. Sogar der Kohlenstoffdioxidgehalt in der Luft wurde gezielt angehoben, um den Pflanzen optimale Wachstumsbedingungen zu schaffen.
Besonders beeindruckend war die starke Automation.
Zum Beispiel werden die Mitarbeiter von elektrisch betriebenen Wagen durch die Reihen transportiert, was die Arbeitsabläufe in den riesigen Hallen effizienter gestaltet. Diese Wagen fahren zudem auf Röhren, die gleichzeitig auch als Heizung dienen.
Ein weiterer interessanter Aspekt war die Energieversorgung des Betriebs. Da die Produktion sehr energieintensiv ist, arbeitet Vitarom eng mit dem benachbarten Braunkohlekraftwerk zusammen. Die Gewächshäuser werden mit der ohnehin anfallenden Abwärme des Kraftwerks beheizt, sodass keine zusätzliche Energie für die Wärme erzeugt werden muss.
Ein Punkt, der besonders nachdenklich gestimmt hat, war der hohe Qualitätsstandard des Großhandels. Wir erfuhren, dass optisch „unperfekte“ oder krumme Gurken im Handel nicht verkauft werden können, da die Kunden (fast) ausschließlich makellose Ware erwarten – und das, obwohl sie ansonsten einwandfrei sind.
Insgesamt war es interessant zu sehen, wie wandelbar und anpassungsfähig die Bedingungen in der modernen Landwirtschaft sind und wie stark Technik die Produktion der Zukunft prägen wird.
Verfasserin: Charlotte Appelfeller





