Podiumsdiskussion zum Thema „Rassismus, Antisemitismus und Islamfeindlichkeit“

Am Montag, 11. Februar 2019, fand im Auditorium des Nelly-Sachs-Gymnasiums, pünktlich zum Auftakt der Internationalen Wochen gegen Rassismus, eine Podiumsdiskussion zum Thema „Rassismus, Antisemitismus und Islamfeindlichkeit“ statt.

In Kooperation mit dem Kulturamt der Stadt Neuss, dem Raum der Kulturen e.V., der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf/Neuss und dem Nelly-Sachs-Gymnasium wurden die Schülerinnen und Schüler der Q1 im Rahmen von verschiedenen Projekttagen für das breite Themenspektrum sensibilisiert. Die Schülerinnen und Schüler, die zuvor von muslimischen und jüdischen Vertretern im Unterricht besucht worden sind und auch die Gelegenheit hatten, eine Moschee und Synagoge zu besichtigen, stellten im Zuge der Abschlussveranstaltung kritische Fragen an die engagierten Podiumsgäste. Zu den Podiumsgästen gehörten neben Serap Güler, Staatssekretärin für Integration im Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration, Olga Rosow, Leiterin der Sozialabteilung der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, Merfin Demir, Vorstandsmitglied der Jugendselbstorganisation von Roma und Nichtroma in NRW sowie Elhakam Sukhni, Islamwissenschaftler mit Lehrauftrag an der Universität zu Köln.

Die Veranstaltung, die unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Rainer Breuer stand, wurde in seinem Grußwort mehrfach als herausragendes Beispiel für gelingendes zivilgesellschaftliches Engagement bezeichnet und fand bei allen Projektpartnern sowie Schülerinnen und Schülern großen Zuspruch. Dabei ging es an dem Abend um mehr als nur um die Definition von Rassismus oder Sprecherrollen. Es ging mal sachlich, mal persönlich um die Erfahrungen, Ansichten und Haltungen der Podiumsgäste. Ist Rassismus eine Übertreibung? Ein Angriff auf die Menschenwürde? Wo liegt die Grenze zwischen Rassismus und Humor? Hilft das Schaffen von Filterblasen? Soll das eigene Kind verschweigen, dass es in die Synagoge geht? Und: Was assoziiert man mit Minderheiten und wodurch entstehen Klischees?

Das vierköpfige Moderationsteam, bestehend aus der Schülerschaft des Nelly-Sachs-Gymnasiums, wurde zuvor von Vertretern des Kulturamtes der Stadt Neuss und dem Raum der Kulturen e.V. in Moderationstechniken geschult und begleitete die rund 150 Gäste gekonnt durch die Diskussion. Sie referierten im Sinne des Zeitgeistes so manch populären Hashtag, Slogan und Twitter-Spruch, sodass die Podiumsdiskussion an konkreten Beispielen des Alltags behandelt werden konnte. Einig waren sich die Podiumsgäste zum Schluss der Veranstaltung, als es hieß, dass interkulturelle und interreligiöse Begegnung essentiell für ein tolerantes Miteinander sei. „Man muss sich kennenlernen und die Ähnlichkeit begreifen, um eine sensible Aufklärung aller Bürgerinnen und Bürger zu erzielen.

Reden allein reicht nicht aus. Hierbei lässt sich die vielseitige Erfahrung Deutschlands mit Einwanderung einsetzen“, so Güler. Isabelle Defort, Schulleiterin des Nelly-Sachs-Gymnasiums, ergriff in ihrem Schlusswort einen philosophischen Blickwinkel, indem sie die Denkanstöße des Abends mit der Philosophie Kants kontextualisierte und die Institution Schule als Gegenpol von Rassismus begreifbar machte. „Wir müssen rassistischen Äußerungen und Handlungen mit Courage entgegentreten“, so Defort. Das als erste Schule im Rhein-Kreis Neuss ausgezeichnete Nelly-Sachs-Gymnasium ist seit 2011 Mitglied bei der europäischen Jugendinitiative „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“.

Verfasser:Hamdi Berdid (Raum der Kulturen Neuss e.V.)

Link zum Artikel in der Rheinischen Post

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