IV. Digitale Unterrichtsentwicklung – Organisation des medialen Lehrens und Lernens

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IV. Digitale Unterrichtsentwicklung – Organisation des medialen Lehrens und Lernens

4.1 Pädagogisch-Didaktische Prinzipien des digitalen Unterrichts
Unser Schulprofil und darauf aufbauend unser medienpädagogisches Leitbild (siehe Kapitel 2) bestimmen unsere pädagogisch-didaktischen Prinzipien eines digitalen Unterrichts. Alle grundlegenden Prinzipien und Vereinbarungen sind unter Einbezug aller Beteiligten des Schullebens (Lehrkräfte, Lernende, Erziehungsberechtigte) entstanden und durch die entsprechenden Gremien (Lehrerkonferenz, Schulkonferenz) beschlossen. Wichtig bleibt dennoch der individuelle pädagogische Blick auf Unterricht. Entsprechend entscheidet die unterrichtende Lehrkraft (in Abstimmung mit der Fachgruppe und dem Medienkonzept) gemäß ihrer Unterrichtsplanung über den Einsatz digitaler Medien im Unterricht.
Im Rahmen der kostenlosen 1:1-Ausstattung der Lernenden an Neusser Schulen durch die Stadt verfügen am Nelly alle Lernenden ab der fünften Klasse über iPads (Leihgabe). Die aktuell gültige Nutzungsordnung ist Teil der Schulordnung (hier Verlinkung zu dieser) und wird regelmäßig durch den Arbeitskreis Pädagogische Digitalisierung evaluiert und gegebenenfalls angepasst.
Durch die Bereitstellung mit schulischen Endgeräten entfällt die Notwendigkeit auf Seiten der Lernenden private Endgeräte wie Handys mitzuführen.
Uns als Schule ist bewusst, dass eine Allgegenwärtigkeit digitaler Endgeräte im Kontext Schule die ohnehin seit Jahren wachsende Bildschirmzeit bei Kindern und Jugendlichen weiter ansteigen lässt. Deshalb ist es uns wichtig, diese im schulischen Umfeld möglichst effizient zu gestalten und regelmäßig an aktive Bildschirmpausen zu erinnern.
Folglich sind konsequent alle unterrichtlichen Pausen im Tagesverlauf auch Bildschirmpausen.

4.2 Organisation des medialen Lehrens und Lernens
Die Ausgabe der Endgeräte in Klasse 5 wird durch unterschiedliche medienpädagogische Maßnahmen begleitet.
So findet bis zu den Herbstferien eine Einführung im Klassenverband statt. Neben der erstmaligen gemeinsamen Anmeldung auf unseren digitalen Plattformen sowie der Thematisierung von Passwort-Sicherheit führen die Lernenden einen iPad-Führerschein durch, der grundlegendes Wissen und anwendungsbezogene, für den Unterricht relevante Kompetenzen vermittelt (hier Verlinkung zu diesem). Parallel wird im Rahmen digitaler Fachunterrichtsstunden bis zu den Weihnachtsferien Grundlegendes zum digitalen Lehren und Lernen im jeweiligen Fach thematisiert.
Zu Beginn von Klasse 6 wird im Fachunterricht Informatik Raum und Zeit gegeben, damit sich die Lernenden erneut aktiv mit dem iPad-Führerschein und den darin zu vermittelnden Kompetenzen auseinandersetzen. Dazu sollen sie ganz bewusst ihre Notizen zu den Selbsteinschätzungen aus Klasse 5 mit ihrem jetzigen Stand abgleichen und sich in selbstgewählten, themen- oder kompetenzgebundenen Gruppen austauschen und gegenseitig helfen.
Seit dem Schuljahr 23/24 wird mit Blick auf Unterrichtsmitschriften eine freiwillige digitale Heftführung ab Klasse 7 erprobt. Voraussetzung ist jedoch, dass die Lehrkraft diese genehmigt und die Lernenden einen digitalen Stift für ihre Aufzeichnungen nutzen. Für uns als Schulgemeinschaft stellt das Erlernen und die Weiterentwicklung einer persönlichen Handschrift eine notwendige Kulturtechnik dar und fördert feinmotorische und kognitive Fertigkeiten.
Ein solcher Stift muss deshalb im Zweifelsfall von den Erziehungsberechtigten erworben werden, da er nicht Teil des Umfangs der 1:1-Ausstattung der Stadt ist. Als digitales Heft steht den Lernenden die mit Schullizenz ausgestattete App Goodnotes zur Verfügung. Um eine mögliche digitale Heftführung strukturell wie inhaltlich effektiv anzubahnen, fand zu Beginn des Schuljahres 25/26 erstmalig ein von Lernenden der Oberstufe vorbereiteter Workshop in Klasse 7 statt. Dieser wird evaluiert und soll bei weiterhin bestehender Möglichkeit der digitalen Heftführung in der Sekundarstufe I jährlich angeboten werden (siehe auch Kapitel 4.5).

Unser digitaler Schulalltag setzt sich aus verschiedenen Bausteinen zusammen. Vor allem die Agilität und Flexibilität
dieser Struktur ermöglichte im Rahmen der Corona-Pandemie schnelles, effektives und sicheres Arbeiten in
Distanz (siehe auch Kapitel 4.6). Auch unser Vertretungskonzept für die Sekundarstufe I und II fußt auf diesen
Plattformen, die über personalisierte Zugänge für Lernende bereitgestellt werden.

  • WebUntis bietet einen Zugriff auf den digitalen Stundenplan der Schülerinnen und Schüler. Es werden Informationen zu den Räumen und den unterrichtenden Lehrkräften sowie zu aktuellen Änderungen und Vertretungen angezeigt. Auch das digitale Klassenbuch findet sich dort, in dem Hausaufgaben und Klassenarbeiten eingetragen werden können. Mit einem Elternaccount haben Erziehungsberechtigte zudem die Möglichkeit, ihr Kind zu Beginn eines Schultages krank zu melden. Tagesaktuelle Informationen, digitale Elternbriefe oder andere schulische Informationen werden über diese Plattform an die Schulgemeinschaft versendet.
  • Moodle ist unsere digitale Lern- und Arbeitsplattform, auf der z.B. Materialien und Vertretungsaufgaben bereitgestellt werden. Die Lernenden sind dort individuellen Kursen entsprechend ihrer Fächer und des aktuellen Schuljahres zugeordnet.
  • Logineo NRW wird als formelle Kommunikationsplattform genutzt und bietet Zugriff auf den Schulkalender sowie auf den E-Mail-Account mit schuleigener Adresse.
  • Seit dem Schuljahr 25/26 stellt die Stadt den weiterführenden Schulen Lizenzen für Microsoft 365 zur Verfügung. Somit erhalten die Lernenden plattformübergreifend Zugriff auf unterschiedliche Office-Apps.
  • Die Anton Lern-App bietet eine zusätzliche Möglichkeit des individuellen Lernens – auch im Bereich der Seiteneinsteigenden. Lehrkräfte können Übungsaufgaben für einzelne Lernende oder ganze Klassen bereitstellen.

4.3 Informatische Grundbildung / Unterrichtsangebot Informatik
Die Einführung eines Pflichtfachs Informatik in Klasse 5 oder 6 an allen Schulformen in NRW mit Sekundarstufe I
ab dem Schuljahr 2021/221 schafft Verlässlichkeit in Bezug auf eine informatische Grundbildung, die durch das
Projekt ‚Informatik an Grundschulen‘ seit 2016 auch in der Primarstufe erprobt wird.2 Somit baut der Informatikunterricht
in Klasse 5/6 auf ersten Kenntnissen auf, die bereits in der Grundschule auf Grundlage der neuen Lehrpläne
vermittelt werden.
Am Nelly folgen über den Wahlpflichtbereich in der Mittelstufe (Klasse 9 und 10) sowie in der gymnasialen Oberstufe
(Wahlmöglichkeit Grundkurs Informatik) weitere Informatikangebote (Verweis auf schulinterne Curricula Informatik).
Daran anknüpfend hat sich seit mehreren Jahren die MINT-AG etabliert, in der informatische Inhalte
vertieft werden können.
Im Fach Informatik werden mit Blick auf den Medienkompetenzrahmen NRW „insbesondere die grundlegenden
Kompetenzen zum Verständnis informatischer Konzepte und Prozesse vermittelt, um die Arbeitsweise, den Nutzen
sowie die Wirkungsweise von Informatiksystemen erklären und bewerten zu können. Alle Schülerinnen und
Schüler sollen beispielsweise Grundkenntnisse im Programmieren und die Funktionsweise von Algorithmen im
Unterricht erlernen.“3

4.4 Medienbezogene Unterrichtsvorhaben der einzelnen Fächer
Werden in vorstrukturierter taskcard gesichert und im Medienkonzept verlinkt (entspricht der thematischen Dynamik und ist leicht anzupassen) – siehe MKR-Taskcard Nelly-Sachs-Gymnasium

4.5 Medienerziehung am Nelly
Schulische Medienerziehung und -bildung soll Lernende auf eine eigenverantwortliche und kritische Nutzung der digitalen Medien und des Internets in allen seinen Ausprägungen vorbereiten. Am Nelly werden die Lehrkräfte in ihrer Präventionsarbeit durch externe Kooperationspartner sowie durch die Medienscouts unterstützt. Seit 2019 prägen zu Medienscouts ausgebildete, engagierte Schülerinnen und Schüler die medienpädagogische Arbeit. Ein wichtiger Bestandteil der Medienscoutsarbeit ist das Prinzip der „Peer-Education“, da die Lernenden alle Voraussetzungen mitbringen, selbst zu Medienexperten zu werden. Sie verfügen über spezielles Wissen, eigene Erfahrungen und agieren auf Augenhöhe, wenn es um Probleme und Bedürfnisse Gleichaltriger geht. Zusätzlich können die Medienscouts ihre Sozial-, Kommunikations- und Präsentationskompetenz durch die Projektarbeit in den zielgruppenadäquaten Klassen weiter fördern. Unterstützung erfahren die Medienscouts von ebenfalls qualifizierten Beratungslehrern, die als Ansprechpartner zur Seite stehen.
Aktuell sind folgende Elemente fest im Schuljahr verankert:

Klasse 5:

  • iPad-Führerschein (angeleitet durch die Klassenlehrkräfte)
  • Workshop – Verhalten im Klassenchat (organisiert und durchgeführt durch die Medienscouts)

Klasse 6:

  • iPad-Führerschein 2.0 (angeleitet durch die Fachlehrkraft Informatik)
  • Workshop – Cybermobbing (organisiert und durchgeführt durch die Medienscouts)
  • (aktuell ausgesetzt) Elternabend – unterschiedliche Schwerpunkte (Landesanstalt für Medien)

Klasse 7:

  • Workshop – Digitale Heftführung (organisiert und durchgeführt durch Lernende der Oberstufe)
  • (aktuell ausgesetzt) Theaterstück und Diskussion – Cybermobbing (Theater-Ensemble Radiks)
  • (aktuell ausgesetzt) Informationsveranstaltung – unterschiedliche Schwerpunkte (Polizei Rhein-
    Kreis Neuss)

Klasse 8:

  • Workshop – Sexting (organisiert und durchgeführt durch die Medienscouts)

Klasse 9/10:

  • (angedacht) Themenwoche – Digital Detox

Im Schuljahr 25/26 fanden erstmals jahrgangsbezogene Projekttage am Nelly statt. Der Jahrgang 6 wird sich im Zuge dessen mit den Themen Handy, iPad, Gaming und Co. beschäftigen. Es ist angedacht, einige medienpräventive, aber auch anwendungsbezogene Elemente in der zukünftig jährlich vor den Sommerferien stattfindenden Projektwoche zu verankern. So sollen mittelfristig auch aktuell ausgesetzte Bausteine in ähnlicher Form wieder reaktiviert werden. Zusätzlich wird ein jährlich vor den Sommerferien stattfindender iPad-CleanUp-Tag diskutiert.

Bei allem schulischen Input ist es unerlässlich, die medienpädagogischen Inhalte der Schule durch Unterstützung der Erziehungsberechtigten, die z.B. auf den Medienkonsum während der Freizeit einwirken und mit ihren Kindern altersgerecht über problematische Inhalte und Umgangsformen im Internet sprechen, zu ergänzen.
Hinweise und Anregungen finden Eltern im Internet unter anderem unter:

Im Bereich der schulischen Endgeräte haben Eltern zusätzlich die Möglichkeit über die Jamf-Parent-App die private Nutzung des iPads steuern zu können, z.B. die Bildschirmzeit oder den App-Zugriff. Diese können in der unterrichtsfreien Zeit (wochentags von 13:30 bis 07:00 Uhr, am Wochenende und in den Ferien) spezifische Einschränkungen am Gerät ihres Kindes vornehmen. Eine bebilderte Anleitung findet sich im Servicebereich unserer Homepage.

4.6 Gestaltung des Distanzlernens
Sollte es zu einer Rückkehr zum längerfristigen Distanzlernen kommen, wird das während der Corona-Pandemie bewährte System wieder aufgenommen. Distanzunterricht bedeutet nicht, dass der „normale“ Präsenzunterricht 1:1 als Videokonferenz stattfinden muss. Unsere bisherigen Erfahrungen und die Hinweise des Ministeriums4 zeigen, dass ein abwechslungsreiches System den verschiedenen Lerntypen am ehesten gerecht wird. Basierend auf den fachschaftsinternen Konzepten wechseln sich

  • reine Videokonferenzen,
  • mit kurzen Videokonferenzinputs durch Lehrkräfte mit anschließenden offline-Arbeitsphasen der Lernenden
  • sowie reinen offline-Arbeitsphasen mit digitaler Ergebnisabgabe ab.

Materialaustausch und Absprachen finden in den jeweiligen Lernkursen unserer Arbeits- und Lernplattform moodle statt. Videokonferenzen werden durch das von der Kommune mittlerweile in die eigene Cloud integrierte Open-Source basierte Webkonferenztool BigBlueButton ermöglicht.

  1. vgl. Ministerium für Schule und Bildung NRW, 2021 ↩︎
  2. vgl. Ministerium für Schule und Bildung NRW, o.D. a) ↩︎
  3. Ministerium für Schule und Bildung NRW, 2021, S. 3. ↩︎
  4. vgl. Ministerium für Schule und Bildung NRW, o.D. b) ↩︎